Wie geht Sicherer Wertstoffhof?

Weitere Termine für 2024 sind in Vorbereitung

Für Schnellleser:innen:

Damit Abfälle zu Wertstoffen transformieren können, gibt es in Deutschland rund 3.500 Wertstoffhöfe mit geschätzt 20.000 Mitarbeitenden. Ihre Aufgabe ist es, Bürger:innen und Gewerbetreibende dabei zu unterstützen, ihre Abfälle von Bauschutt bis Elektroaltgeräte sachgemäß und sicher zu trennen. Dieses, in seiner Komplexität oft unterschätzte, Aufgabengebiet wird durch immer neuere Material-Komponenten und Produkte, aber auch durch Personalknappheit zunehmend gefährlicher. Uns beunruhigt unter anderem eine aktuelle Statistik aus dem Brandschutz: In unserem Land brennt es in den Anlagen der Abfallwirtschaft 30mal – täglich! Meist sind falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkumulatoren der Grund. Eine qualifizierende und auf dem neuesten Stand gebrachte Weiterbildung für Servicemitarbeiter:innen auf Wertstoffhöfen ist demnach nicht nur eine Frage der extrinsischen, vom Arbeitgeber zu leistenden Motivation für die Systemheld:innen der Kreislaufgesellschaft, sondern auch zwingend erforderlich, um Risiken für die Gesundheit der Mitarbeiter:innen und Bürger:innen auf den kommunalen Anlagen der Abfallwirtschaft bewusst zu erkennen und konsequent zu minimieren und damit Menschen, Umwelt wie Anlagen zu schützen.

Bei dem einwöchigen Lehrgang „Wie geht Sicherer Wertstoffhof?“ wird der Fokus auf die seelische und körperliche Gesundheit der Arbeitskräfte gelegt und wie dabei auch das Wohlbefinden der Bürger:innen am Wertstoffhof im Blick bleibt. Er wird solitär angeboten und kann auch als Teil des Lehrgangs „Servicekraft Wertstoffhof“, den die ia GmbH gemeinsam mit der Akademie Dr. Obladen anbietet, gebucht werden.

„Wie geht Sicherer Wertstoffhof?“ wendet sich an erfahrene und neue Mitarbeiter:innen, die sich Tag für Tag mit den angenommenen Wertstoffen wie auch mit den unterschiedlichsten, manchmal auch recht schwierigen Kund:innen bzw. Bürger:innen am Wertstoffhof auseinandersetzen. Wir wissen, dass das tägliche Ringen um die Zuordnung der mitgebrachten Wertstofffraktionen und deren Gebühren den Mitarbeiter:innen viel Geduld und manche Leidensfähigkeit abverlangt: In dieser Schulungswoche geht es um den umsichtigen Menschen am Wertstoffhof, um das Erkennen von Risiken und daraus resultierendes zielführendes, sicherheitsrelevantes Verhalten, um physische und psychische Arbeitssicherheit.
Der Termin für den nächsten Lehrgang ist in der 2. Januarwoche vom 8.01. bis 12.01.2024, ein paar letzte Plätze stehen noch zur Verfügung.

1.     Überblick

Der Alltag am Wertstoffhof:

Die Mitarbeiter:innen auf den Wertstoffhöfen müssen blitzschnell erfassen, welche Fraktionen die Kund:innen dabeihaben und entscheiden, wo und wie diese einzusortieren sind. Regelmäßig muss die Servicekraft bewerten, ob ein bestimmter Abfall aufgrund geltender Vorschriften überhaupt angenommen werden darf und falls ja, unter welchen Sicherheitsvorkehrungen. Wie steht es mit Asbest? Wie mit künstlichen Mineralfasern? Aber die größte Aufgabe bleibt: wie vermittle ich das den Besucher:innen? Was passiert, wenn ich jemanden wieder nach Hause schicken muss? Mit der gestiegenen Verantwortung und der Hektik steigen auch die Unfallgefahren.

Besondere Sorgfalt ist bei der Annahme von Elektroaltgeräten gefordert. „Wie geht Sicherer Wertstoffhof?“ diskutiert u. a. den kompetenten Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus und konzentriert sich dabei auf die Bedeutung des vorbeugenden Brandschutzes.

Auch beim Kassieren und Begründen von Gebühren bedarf es vor allem in Stoßzeiten eines hohen Maßes an Übersicht und Souveränität.

Hinzu kommt die hohe nervliche Belastung beim Umgang mit schwierigen Kund:innen und Kolleg:innen: Unfreundliche und beleidigende Ausdrucksweisen oder gar Körperverletzung sind nicht selten und machen den Wertstoffhof mitunter zur „Kampfzone“. Die Mitarbeitenden können lernen, selbstbestimmt und verantwortungsbewusst mit diesen Stressfaktoren deeskalierend umzugehen.

Wir bieten:

  • Fachlich und Rechtliche Grundlagen sowie
  • Menschlichen Austausch über mögliche Gefahren von Leib und Seele
  • Vielschichtige Einblicke wie „Sicherer Wertstoffhof“ geht
  • Schulung um Kundenkontakt
  • Hohe Motivation der Coaches und eine weit über die Woche hinausreichende Nachbetreuung, um den Kontakt der Teilnehmer:innen untereinander zu ermöglichen (Erfahrungsaustausch) und um ein Verständnis für Gefahren am Wertstoffhof kontinuierlich zu vertiefen

Die Teilnehmer:innen bekommen:

  • Ein neues, selbst-bewusst-sicheres Verständnis für ihre Arbeit
  • Einen neuen Blick darauf, wie ein ehrlich wertschätzender, zwischenmenschlicher Kontakt mit Kolleg:innen und Bürger:innen das eigene Wohlbefinden beeinflusst
  • Sensibilität gegenüber potenzieller Gefahrenquellen
  • Mentale Werkzeuge für die Bewältigung der steigenden Anforderungen
  • Gesunde Routinen auf dem Weg zum „Sicheren Wertstoffhof“
  • Praktische Übungen zum Umgang mit kritischen Kund:innen und Mitarbeter:innen, Kundentypologien, alles rund um Serviceorientierung
  • Grundlagen der gesetzlichen Bestimmungen und sonstiger Regeln zum Thema Arbeitssicherheit
  • Selbstverständnis in der Benutzung von Persönlicher Schutzausrüstung
  • Fundierte Kenntnisse im Umgang mit dem Feuerlöscher
  • Einstieg in mentale verhaltensbasierte Arbeitssicherheit (Physische Gesundheit, Selbstreflektion, Stressbewältigung)

2.      Veranstalter, Lehrinhalte und Lehrende

Verantwortlicher Veranstalter ist die ia GmbH Wissensmanagement und Ingenieurleistungen, München.

Folgende Expert:innen und Trainer:innen der ia GmbH werden Sie über die Woche näher kennenlernen:

  • Werner P. Bauer, Dipl.-Ing.(TU) und Geschäftsführer
  • für die Klassische Arbeitssicherheit entweder
    • Uwe Neuber, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Brandschutz ODER
    • Holger Saar, Fachkraft für Arbeitssicherheit
  • für die Mentale Arbeitssicherheit entweder
    • Hedwig Vielreicher, Trainerin und Coach Mentale Arbeitssicherheit ODER
    • Kerstin Löber, Beraterin, Trainerin und Coach für Psychische/Mentale/Verhaltensbasierte Gesundheit und Arbeitssicherheit, transformative Mitarbeiterführung, Krisenkommunikation, neues Arbeiten und Lernen „New Work“

3.     Struktur und Aufbau des Lehrgangs

Der Lehrgang widmet sich der Vermittlung wesentlicher Kenntnisse zu Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz (GSU).

Praktische Übungen vermitteln die besonderen Zusammenhänge zwischen dem Arbeitsalltag am Wertstoffhof, der „Klassischen Arbeitssicherheit“ und dem individuellen menschlichen Verhalten, der „Mentalen Arbeitssicherheit“. Sie fördern die Fähigkeit, auch an einem einfachen Sammelplatz eine maximale Sicherheit für alle Beteiligten umzusetzen. Durch bewusste Teambildung und durch Übungen in Zweier-Gruppen (Buddy-System) lernen die Teilnehmer:innen ihre Erkenntnisse und Erfahrungen zu teilen. Beiderseitige Unterstützung ist ein elementares Arbeitsprinzip auf dem Wertstoffhof.

Anhand von mitgebrachten Videos und/ oder Bildern wird die aktuelle Situation zur Arbeitssicherheit der Wertstoffhöfe, auf denen die Teilnehmer:innen arbeiten, die in der Gruppe analysiert und diskutiert. Auch das Feuerlöschtraining mit der lokalen Feuerwehr findet in dieser Seminarwoche statt. Der mehrfache Besuch des lokalen Wertstoffhofs, um das Gelernte praktisch anzuwenden und zu vertiefen, ist obligatorisch.

Den wissensvertiefenden roten Faden bilden ExKurs-Karten, die noch weit über den Lehrgangszeitraum hinaus die Teilnehmer:innen an das Gelernte erinnern. Eine WhatsApp Gruppe bietet weiterführende Möglichkeiten einer intensiven Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Damit aus den erlernten Kenntnissen eingeübte Fähigkeiten werden, erhalten die Teilnehmer:innen über den Kurszeitraum hinaus in mindestens 12 Etappen Lernvertiefungs-ExKurse (kurz, knapp, bebildert in Form einer A5 Karte) per Post. Diese wiederholen und ankern das Gelernte, indem sie die wichtigsten, arbeitsschutzrelevanten Themen des Alltags am Wertstoffhof mit Fakten zum menschlichen Verhalten und Bewusstsein verknüpfen und jeweils eine Übung vorschlagen, um das eigene Verhalten zu überprüfen und ggf. zu ändern. Der gewünschte Ankereffekt entsteht – Faktenwissen wird mit emotionaler Intelligenz gekoppelt.

Auch über die Kurswoche hinaus können sich die Teinehmer:innen bei aufkommenden Fragen zur klassischen Arbeitssicherheit per E-Mail bei unserer Fachkraft für Arbeitssicherheit und Brandschutz Uwe Neuber Rat einholen.

4.     Zielgruppe

Der Lehrgang richtet sich an Personen in einem Anstellungsverhältnis auf einem Wertstoffhof mit und ohne einschlägiger Berufsausbildung.

5.     Nutzen

Eine Servicekraft mit geschultem Bewusstsein für Gefahren macht weniger Fehler, gewinnt Sicherheit im Umgang mit Wertstoffen, kann Kund:innen gegenüber kompetent auftreten und beraten. Teilnehmer:innen des Lehrgangs „Wie geht Sicherer Wertstoffhof?“ lernen kritische Situationen vorab zu erkennen, verbessern die Verständigung mit ihren eigenen Kolleg:innen und lernen durch die breite Diskussion mit den anwesenden Kolleg:innen unterschiedliche Lösungsansätze anderer Einrichtungen kennen.

Eine gestärkte Achtsamkeit auf mögliche Gefahren verhindert Unfälle und schützt die physische und psychische Gesundheit.

Die ExKurs-Karten vertiefen das Wissen, schaffen Erfahrungen und verbinden die Lehrinhalte miteinander. Die Transfermethode erhöht die Lernquote, entwickelt die persönliche Resilienz und steigert die Motivation.

In der Regel ist der Wertstoff-/Recyclinghof der meistbesuchte Ort der Kommunikation zwischen Kommune und Bürger:innen. Das Bildungsangebot seiner Servicekräfte hebt den Qualitätsstandard von Wertstoffhöfen insgesamt an. Durch freundliche und kompetente Servicekräfte am Wertstoffhof profitiert in erster Linie die Kommune.

Zusatznutzen: Die ExKurse erleichtern es den Teilnehmer:innen, ihr neues Wissen auch an Kolleg:innen weiterzugeben: Sie können die Karten teilen und werden selbst zum „Trainer“.

Für die Zeit nach der Lehrgangswoche Arbeitssicherheit formulierten frühere Teilnehmer für sich folgende Absichten:

  • Ich habe viel Neues gelernt und gehe anders durch den Alltag.
  • Wir arbeiten miteinander für die Arbeitssicherheit.
  • Ich werde nicht zu fokussiert auf meine Aufgabe sehen, sondern mit offenen Augen auf die Sicherheit schauen.
  • Ich werde in meinem weiteren Leben umsetzten, was ich hier gelernt habe.
  • Ich werde Ruhe und Gelassenheit gegenüber den Kund:innen ausstrahlen und mich gegenüber dem Vorgesetzten mehr durchsetzen
  • Ich habe die Woche viel gelernt und erkläre alles den Kolleg:innen.
  • Jeder Mensch kann sich ändern. Ich kann das Gelernte an die Kolleg:innen weitergeben

Auszug aus den Evaluationsbögen

Die Teilnehmer empfehlen das Seminar weil:

  • Es sehr lehrreich ist, gut erklärt wird und auf die Teilnehmer:innen eingegangen wird
  • Es super interessant ist
  • Man nach dem Seminar mit offenen Augen durchs Leben geht und sich kritischen Situationen schneller bewusst wird.
  • Durch Arbeitssicherheit Unfälle minimiert werden.

6.      Zertifikate und Bescheinigungen

Die Teilnehmer:innen erhalten eine Teilnahmebescheinigung. Das Zertifikat beinhaltet auch eine Qualifizierung zum Brandschutzhelfer gemäß DGUV Information 205-023 „Brandschutzhelfer“.

7.     Teilnahmegebühr

Die Teilnahmegebühr beträgt pro Person 1.750 € zuzüglich Mehrwertsteuer

Bei Anmeldungen für die zweite und jede/n weiteren Teilnehmer:in gilt ein reduzierte Betrag von 1.500 € zuzüglich Mehrwertsteuer.

Der jeweilige Betrag wird zwei Wochen vor dem Beginn des Lehrgangs in Rechnung gestellt und ist vor Beginn des Lehrgangs fällig.

8.     Kontakt

Anmeldungen sind möglich unter der Nummer:

ia GmbH – Wissensmanagement und Ingenieurleistungen: +49 (89) 189 1787 11

und unter info@ia-GmbH.de

Die Seminarwoche „Wie geht Sicherer Wertstoffhof?“ entspricht dem 1. Modul des gemeinsam mit der Akademie Dr. Obladen entwickelten Seminars Fachkraft Wertstoffhof.

Sie können die restlichen 3 Module im Nachgang zu unserem Seminar direkt unter Akademie Dr. Obladen buchen.

Auch das gesamte Seminar Fachkraft Wertstoffhof können Sie direkt unter Akademie Dr. Obladen buchen.