Fachtagung Wertstoffhof 2024 – Schwerpunkt Elektroaltgeräte/Batterien

Rückblick auf die Fachtagung „Wertstoffhof 2024“

Ein starkes Plädoyer für Ressourcenschutz, Kreislaufwirtschaft – und die Kraft der Zusammenarbeit

Am 13. und 14. März 2024 fand die Fachtagung „Wertstoffhof 2024“ in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) statt. Unter dem Schwerpunktthema Elektroaltgeräte (EAG) trafen sich über 200 Fachleute, Praktiker:innen, Behördenvertreter und politische Entscheider, um aktuelle Herausforderungen, gesetzliche Neuerungen und zukunftsfähige Konzepte im Bereich der kommunalen Wertstofferfassung zu diskutieren.

Die Veranstaltung war geprägt von einem intensiven Erfahrungsaustausch, praxisnahen Impulsen und lebendigen Diskussionen – getragen von einem hochkarätigen Referent:innenkreis und engagierten Teilnehmenden aus ganz Bayern und darüber hinaus.

Elektroaltgeräte im Fokus: Zwischen Verantwortung, Technik und Sicherheit

Ein zentrales Thema war die dringend notwendige Weiterentwicklung der Produktverantwortung im Umgang mit Elektroaltgeräten. Die Beiträge spannten den Bogen von rechtlichen Grundlagen über technische Innovationen bis zu Herausforderungen im Alltag der Wertstoffhöfe. Vorträge zu Brandschutz, Batterielogistik, Ressourceneffizienz, Sicherheitskonzepten und dem Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien machten deutlich: Der richtige Umgang mit Elektroaltgeräten ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die vom Hersteller über den Handel, die Kommune bis hin zu den Bürger*innen reicht.

Die Foren im Überblick

Forum 1 – Entsorgungsbranche trifft Produktverantwortung

Dieses Forum beleuchtete die zunehmend auseinanderklaffende Lücke zwischen gesetzlicher Produktverantwortung und gelebter Realität.
Gangolf Wasmeier vom Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing betonte eindringlich die Verantwortung der Hersteller für langlebige, reparierbare und recyclingfähige Produkte. Die derzeitige Praxis – etwa nicht entnehmbare Batterien, schwer erkennbare EAG-Kennzeichnung oder geringe Rücknahmeanreize – führe zu Umwelt- und Sicherheitsproblemen.
Marie Mehrens-Raizner vom Ressourceneffizienzzentrum Bayern (REZ) stellte ergänzend Tools zur Stärkung der Ressourceneffizienz vor und warb für verstärkte kommunale Aufklärungsarbeit.

Forum 2 – Abfallvermeidung und Kommunikation

Im Fokus dieses Forums stand das Miteinander von Information, Motivation und innovativen Ansätzen zur Abfallvermeidung.
Dr. Ralf Brüning stellte ein Bewertungssystem für die Reparierbarkeit von Elektrogeräten vor – ein starkes Signal für Verbraucherinformation und ökologisches Design.
Jürgen Beckmann präsentierte den Abfallratgeber Bayern, der mit über 40.000 monatlichen Zugriffen und viel Resonanz ein erfolgreiches Instrument zur Bürgerinformation darstellt.
Weitere Höhepunkte waren der von Christoph Wufka initiierte Reparaturbonus in Starnberg sowie Einblicke in die bundesweite Bewegung der Repair-Cafés, eindrucksvoll geschildert von Tom Hansing (anstiftung München). Das Forum zeigte: Kommunikation wirkt – besonders, wenn sie lokal verankert, digital verbreitet und mit echten Anreizen verknüpft ist.

Forum 3 – Sammlung am Wertstoffhof

Praxisnah und sicherheitsrelevant – so präsentierte sich Forum 3.
Sabine Schulz-Hammerl (AWM München) berichtete über die Sammlung von Lithium-Ionen-Batterien und die dort ergriffenen Maßnahmen zur Risikominimierung – von wettergeschützten Lagerungen bis zu speziellen Schulungen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Brandereignis am Wertstoffhof Innlände (Rosenheim), das von Thomas Albers analysiert wurde. Ergänzt wurde dies durch aktuelle Erkenntnisse zur Bekämpfung von Batteriebränden (Dr. Thomas Nigl, Christian Emrich) und Überlegungen zum vorbeugenden Brandschutz entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Werner Bauer, ia GmbH).
Das Ergebnis: Sicherheit am Wertstoffhof ist keine Randnotiz – sondern Grundvoraussetzung für nachhaltige Kreislaufwirtschaft.

Fazit: Gemeinsam mehr erreichen

Die Tagung „Wertstoffhof 2024“ war ein großer Erfolg – nicht zuletzt dank der exzellenten Organisation, der inspirierenden Beiträge und der offenen Diskussionskultur. Sie hat gezeigt: Wertstoffhöfe sind weit mehr als Annahmestellen. Sie sind Orte der Information, der Ressourcenschonung und der gelebten Nachhaltigkeit.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Referent:innen und Teilnehmenden sowie beim Bayerischen Landesamt für Umwelt für die engagierte Zusammenarbeit – und freuen uns auf die Fortsetzung des Austauschs!

Programm

Donnerstag der 14.3.24 
13:00  Fachforum der Aussteller Vorträge zu neuen Produkten
13:00  Panmax GmbH – Nanotechnologie im Tiefbau
Gerade im Außenbereich kleinerer Wertstoffhöfe gibt es oft nur eine unzureichende Befestigung (Asphaltierung, etc.) des Untergrunds. Panmax saniert Straßen und Wege mit kürzesten Bauzeiten und setzt dabei auf günstige und nachhaltige Lösungen mit Nanotechnologie.
13:10 Böck Entsorgungslogistik / Gassner Wiege und Messtechnik
Mit mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bereich der Wiegetechnik vereinfacht die Fa. Gassner GmbH die täglichen Abläufe am WSH. Gezeigt werden Zutrittssysteme, Container-, Fahrzeug- und Bodenwaagen, Wiege- und Identifikationssysteme sowie Abrechnungssystem z.B. über Bürgerkarten. Böck / Gassner zeigt seine Erfahrungen bei der Umsetzung des Wertstoffhofs 4.0.
13:20 Reterra/ Retron/ Remondis
Im Rahmen der Fachtagung präsentieren die Firmen Reterra und Retron das vielfältige Leistungsspektrum der REMONDIS-Gruppe im Bereich Wertstoffhof. Dies umfasst unter anderem die sichere Entsorgung von Batterien durch RETRON, die Rückführung wertvoller Rohstoffe in Form der nachhaltigen RETERRA Erden sowie die digitale Unterstützung von Bürger:innen und Mitarbeiter:innen durch die App Lösung MAEX. Der digitale Wertstoffhof mit maximalem Bürgerservice ist möglich.
13:30 Stiftung GRS
Die Stiftung GRS Batterien ist das nicht gewinnorientierte Kompetenzzentrum für Herstellerverantwortung und Kreislaufwirtschaft. Sie entwickelt und implementiert für die Batterie-Wirtschaft nachhaltige und auf zukünftige Kundenbedürfnisse ausgerichtete Rücknahme- und Recyclinglösungen, die auf intensiver Forschung und Entwicklung basieren. Mit dem wettbewerbsneutralen Rücknahmesystem der Stiftung GRS Batterien erfüllen Hersteller, Inverkehrbringer und Vertreiber ihre komplette Produktverantwortung nach dem Batteriegesetz (BattG).
Auf der Tagung in Augsburg kümmert sich die Stiftung GRS mit einer NEUEN Einheit um Brandvorsorge und entlastet kommunale Sammlungen wie private Entsorger.
13:40 Gang ins Außengelände
13:45 Life-Termin im Außengelände des LfUs
am Mittwoch um 17:45
und am Donnerstag ca. um 13:45
Poraver– expanded glass – Löschübung
Im Rahmen der Fachtagung WSH 2024 stellen wir unser Löschgranulat Extover für Metallbrände und Lithium Batteriebrände vor.
„Extover® ist ein neues, umweltschonendes Löschmittel aus Blähglasgranulat, das für Löschzwecke und den vorbeugenden Brandschutz eingesetzt werden kann. … Extover® wurde von der Materialprüfanstalt Dresden (MPA) geprüft. Selbst problematische Brandlasten wie Lithium-Batteriebrände und Metallbrände lassen sich mit Extover® beherrschen und löschen.“ Quelle Internetseite 
Fa. Sennebogen –  Vorführung Materialumschlagbagger
Das grüne Familienunternehmen SENNEBOGEN aus Straubing muss nicht extra vorgestellt werden. Seit 1952 steht es für kundenspezifischen Maschinenbau und habt sich erfolgreich als Marktführer in vielen Branchen der Krantechnik und des anspruchsvollen Materialumschlags weltweit etabliert.
Auf der WSH 2024 Tagung präsentiert SENNEBOGEN die Vorführung des Materialumschlagbaggers 822 G.
Der Recycling Spezialist ist die robuste Lösung für raue Umgebungen – mit seiner Reichweite von bis zu 10m und der serienmäßig hochfahrbaren Komfortkabine ist die kompakte Umschlagmaschine 822 G der Spezialist im Recycling.
Darüber erweitern folgende Firmen die Ausstellung:
Asecos GmbH, Gründau
asecos ist weltweit führender Hersteller von Sicherheitsschränken nach Europäischer Norm DIN EN 14470 Teil 1 und Teil 2 und gibt einen Einblick in sein Produktportfolio, wie z.B.: Gefahrstoffarbeitsplätze, Gefahrstoffcontainer und -depots, Regale, Handlingsysteme, Sorbents, Notduschen, Sicherheitsbehälter
Bosch Sicherheitssysteme, Grasbrunn
Der Komplettanbieter von Sicherheitstechnik bietet Einbruch- und Brandmeldesysteme, Alarmmanagementsysteme, Video- und Überwachungssysteme, Zutrittskontroll-, Evakuierungs- und Konferenzsysteme sowie Löschsysteme.